SUSE WEBER: NORM & NORMA - EMBLEMATISCHE SKULPTUREN
AUSSTELLUNG VOM 11. FEBRUAR - 18. MÄRZ 2006
ERÖFFNUNG AM 10. FEBRUAR 2006 UM 19 UHR

Am 10. Februar eröffnet GOLD die Ausstellung von SUSE WEBER: NORM & NORMA – EMBLEMATISCHE SKULPTUREN. Die Installation ist bis zum 18. März 2006 zu sehen.

In einem schon älteren Film spricht eine Schauspielerin über die vielfältigen Bedeutungen der Stadt, die diese sicher verlieren wird, ganz sicher. Später sagt die Schauspielerin noch, dass die bildende schöpferische Rolle der Stadt von anderen Systemen der Kommunikation übernommen wird, vielleicht. Beides Sätze, die übersetzbar wären von dem Begriff der Stadt auf die Bedeutungen der Zeichen und Signets, wie sie Suse Weber einsetzt. Ein Bezug zu ihrer Arbeit wäre hergestellt, einer von mehreren möglichen.

Suse Weber beklagt jedoch nicht den Verlust der Zeichen, sondern hebt deren sinnstiftende, auch existenztialistische Bedeutung hervor. Dabei kann mitunter auch ein Gefühl von Unbehagen aufkommen, insbesondere beim Einsatz einer Symbolik, die aus einer doktrinären und autoritären Rhetorik entsteht.

Das Wesen von Zeichen und Muster ist es, eine Gemeinschaft herzustellen. Bei der Entleerung oder Verfremdung leidet daher auch das Gefühl der Gemeinschaft. Doch ist diese Zugehörigkeit nur über Zeichen zu vermitteln? Die emblematischen Skulpturen von Suse Weber handeln von diesem Thema. Sie fordern eine Wahrnehmung mit den Mitteln der Emblematik, der Deutung von Zeichen und Muster heraus. Das alles äußert sich nicht didaktisch im Sinne einer neuen corporativen Identität – und doch führt sie die Rezeption in die von ihr ausgelegten Bahnen.

Suse Weber zeigt bei GOLD ihre hierfür entstandene Installation NORM & NORMA, die im wesentlichen aus zwei Plastiken besteht, die in den beiden Schaufenstern des Ausstellungsraums stehen und sich rückseitig zum Raum hin öffnen. Der Titel geht wohl auf eine Kreation der amerikanischen Werbeindustrie in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts zurück: ein Paar, das einer vereinfacht idealistischen Darstellung von Stereotypen / Mustermenschen entsprechen sollte. Die gegebenen Namen sind jedoch auch in ihrer spontanen Assoziation mit einer Form von Normierung zu verstehen. Suse Weber weist hin auf den problematischen Grat einer emblematischen Plastik zwischen sinnentleerter Symbolik und verherrlichender Uniformität.

Sind die von ihr eingesetzten Muster häufig mit einer Ästhetik der DDR in Verbindung zu bringen, dann auch, weil sich deren Symbolik durch staatlichautoritäre Prägung in einfach und klar strukturierten Formen äußerte. Daher läßt es sich auch auf andere zeichenhafte Äußerungen von Macht übertragen.

„In der Konfrontation von Symbolen sehe ich die Möglichkeit der Zuspitzung oder Auflösung ihrer ursprünglichen Wirkrichtung. Das ist meine Bildmethode. Ich gehe davon aus, dass die Interpretation der Inhalte dieses ‚Symbolaufpralls’ immer auch dem Zeitgeschmack, der politischen Zeit unterliegt. Davor darf man keine Angst haben.“ (Suse Weber)

Wir freuen uns wieder auf Ihre Resonanz.

Jörg Franzbecker / GOLD 2006

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